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Vortrag/Lesung/Vorführung

Vortrag und Filmvorführung mit Autor Michael Legband

Das Mahnmal - erbaut, verdrängt, wiederentdeckt
Das erste Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Nordeuropa steht in der Kreisstadt Itzehoe. Es wurde initiiert von dem verfolgten ungarischen Juden, dem Film- und Fernsehproduzenten  Prof. Gyula Trebitsch (u.a. Des Teufels General, Begründer des Studio Hamburg). Erbaut hat die Gedenkanlage Prof. Fritz Höger (u.a. Chilehaus, Hamburg).
Der aus Itzehoe stammende Kieler Journalist und Autor Michael Legband befasst sich seit Jahrzehnten mit der bewegten wie bewegenden Geschichte des 1946 eingeweihten Ehrenmals. Das Bauwerk stand in den ersten Nachkriegsjahren noch im Zentrum mehrerer Großveranstaltungen, bis es dann in den 1950er Jahren in Vergessenheit geriet und später sogar in einem abseits gelegenen Stadtpark unter einer Baumgruppe versteckt wurde. Hier fristete das Mahnmal viele Jahre ein Einsiedlerdasein. Und da es kaum zu sehen war, konnte es auch seinem Auftrag zu Mahnen nur noch sehr eingeschränkt gerecht werden. Erst 1972 entdeckten die Gewerkschaften das Bauwerk sozusagen neu. Bis heute werden am 1. Mai Kränze zum ehrenden Gedenken an die NS-Opfer niedergelegt. Seit 1983 bis weit in die 2000er Jahre haben die Jungsozialisten in der SPD hier stets Ende Januar Gedenkveranstaltungen organisiert. Später hat dann eine Abspaltung der SPD-Ratsfraktion, DAFi - die Alternative Fraktion Itzehoe, das Gedenken in dieser Form fortgesetzt. Seit einigen Jahren organisiert die Arbeitsgemeinschaft Mahnen um den Itzehoer Arzt und dem Kind des Widerstandes, Dr. Karsten Hansen, das Gedenken an dieser Anlage. Mit dabei sind Michael Legband und der ehemalige langjährige Itzehoer Ratsherr Rainer Lutz.
Die Umsetzung der Gedenkanlage in das Versteck war erst 1989 ans Tageslicht gekommen. Die Jungsozialisten hatten Prof. Gyula Trebitsch nach Itzehoe eingeladen, um dort eine Gedenkrede zu halten. Dabei kam heraus, dass das Mahnmal zuvor an einer anderen gut einsehbaren Stätte in der Innenstadt gestanden hatte. Die Überraschung war groß - sowohl bei Trebitsch wie bei den Veranstaltern, denen ihre Altvorderen davon nie berichtet hatten. Auch, dass Trebitsch 1946 der Motor im Initiativkreis von Verfolgten des NS-Regimes gewesen ist, war neu. Nach einer langjährigen Debatte um die Umsetzung wurde das Bauwerk Mitte der 1990er Jahre umgesetzt und steht jetzt nahezu an alter Stelle. Die Gedenkrede hielt damals Ministerpräsidentin Heide Simonis. Zuvor hatte sich Landtagspräsidentin Ute Erdsiek-Rave und Ministerin Marianne Tidick engagiert für die Rücksetzung des Mahnmals eingesetzt.
Das Bauwerk ist verbunden mit rund 90 Veranstaltungen seit 1946. Diese hat der Autor Michael Legband umfänglich recherchiert und wird sie nahezu lückenlos in seinem Buch anlässlich der 75. Wiederkehr der Einweihung des Mahnmals am 8. September 2021 dokumentieren. Es ist sein zweites Buch zu dem Thema. 1996 anlässlich des 50. Jahrestages der Einweihung erschien ein Dokumentarfilm, den Michael Legband zusammen mit dem Film- und Fernsehproduzenten Prof. Peter K. Hertling realisierte. Die damalige Gedenkveranstaltung im Beisein der Familie Trebitsch wurde geprägt durch die Reden von Justizminister Gerd Walter und Landtagsvizepräsident Eberhard Dall'Asta. Gyula Trebitsch legte sichtlich ergriffen einen Kranz nieder.
Der aus Dithmarschen stammende Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Heinz-Werner Arens, hat das Mahnmal einst als "zentrale Gedenkstätte" bezeichnet. An dem Bauwerk selber haben mehrere Landtagspräsidenten, Vize-Präsidenten und drei Ministerpräsidenten gesprochen. Alle ehrten die Opfer und warnten vor Entwicklungen am rechten Rand der Gesellschaft. Neben Politikern und Gewerkschaftern, Repräsentanten der Kirchen ergriffen auch Künstler wie der Schriftsteller Günter Kunert hier das Wort.
Jüngste europaweite Erhebungen belegen, dass dieses Mahnmal zu den ganz frühen Bauwerken seiner Art zählt.  
Dieses und vieles mehr wird Michael Legband in einem Vortrag, verbunden mit dem seinerzeit entstandenen Film "Das Mahnmal - erbaut, verdrängt, wiederentdeckt" berichten. Dabei wird er zum Teil auf seine jüngsten Forschungen eingehen und mit einigen Rechercheergebnissen überraschen.  
 Michael Legband, Journalist + Autor, Medientrainer
Eintritt frei

Alle Termine auf einen Blick

Vortrag und Filmvorführung mit Autor Michael Legband

19:00 - 20:00 14.05.2020 Historischer Lernort Neulandhalle
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