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Töpferdorf Tellingstedt

Auf einen Blick

  • Tellingstedt
  • Historische Stätten, Denkmäler

HISTOUR-Punkt T31 | Über 300 Jahre war Tellingstedt als Töpferort bekannt

Als zentraler Ort war Tellingstedt seit jeher ein Handelsort im nördlichen Dithmarschen. Aufgrund der reichen Tonvorkommen spielte die Töpferkunst ein große Rolle. Zahlreiche Töpfer übten hier ihr Handwerk aus und belieferten den gesamten ländlichen Raum der Westküste mit hochwertigen Tonwaren. Zwei Töpfereien in Tellingstedt und Hövede führen diese alte Tradition auch heute noch fort.

1999 endete die mehr als 300 Jahre währende Töpferkunst in Tellingstedt. Als erster Töpfer wird 1680 der Kätner Hans Sehmer urkundlich erwähnt. Die meisten Töpfer waren Hufner bzw. Kätner, das heißt, sie behielten etwas Landwirtschaft um einen Nebenerwerb zu haben. Leicht abbaubare Tonvorkommen von guter Qualität waren die Grundlage für die Fertigung von Keramik für den täglichen Bedarf. Der Absatz der Töpferware erforderte jedoch oft weite, anstrengende Wege.

Etwa ab 1850 - es bestanden damals 17 Töpfereien - begann der Niedergang der Bauerntöpferei.

Verbesserte Verkehrsbedingungen, Konkurrenz durch auswärtige Ware, Massenherstellung von Blechgeschirr sowie die Industrialisierung (Meiereien) und die damit verbundene Verringerung der Sortimente (Melkstatten) ließen die Töpferbetriebe bis 1900 auf drei schrumpfen. 1920 war, nur noch der Betrieb von Heinrich Reimers in der Westerborstelstraße vorhanden. Durch die Umstellung auf Kunsttöpferei und mit finanzieller Unterstützung konnte die Töpfertradition in Tellingstedt erhalten werden.

Die Motivgebung verhalf der Tellingstedter Keramik zu einem hohen Bekanntheitsgrad. Sie war so spezifisch, dass man von einem „Tellingstedter Stil" sprechen konnte. Der Vogelteller (Hochzeitsteller) von 1747 wurde bis zuletzt in diversen Varianten produziert.

Heinrich Reimers starb 1938; ihm folgte für wenige Jahre Otto Thomsen, 1944 das Ehepaar Deventer und im November 1949 die Eheleute Marion und Rudolf Bönsch. Sie führten das Unternehmen zu neuer Blüte. Ihre Tochter schloss dann erst 1999 die weithin bekannte Töpferei.

Heute noch töpfern zwei ehemalige Mitarbeiter in ihren Privathäusern und versuchen, die lange Tradition in Tellingstedt aufrecht zu erhalten.

Bilder: 
Schale, Krug, Vase, Leuchter und Milchtopf – typische Produkte der Tellingstedter Töpferei in den 1950er Jahren.

Töpfer Reimers bei der Arbeit (Aufnahme von ca. 1935).

Auf der Karte

Töpferdorf Tellingstedt
25782 Tellingstedt
Deutschland

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