Ein Tag mit Holger Lichty
museum am meer
im „museum am meer“
von Jasmin Haug
An einem warmen Frühlingstag machte ich mich mit meinem kleinen Rucksack auf den Weg ein weiteres Highlight von Büsums zu erkunden. So traf ich mich gegen 14.30 Uhr mit Holger Lichty, der mich durch das museum am meer begleitete und für die nächste Stunde mein persönlicher Führer war. Holger Lichty war jahrelang Vorsitzender des Kultur- und Bildungsausschusses und ein geistiger Motor für die Entwicklung des Museums.
Das Museum berichtet über die Entwicklung des Hafens, der Krabbenfischerei, über Büsum und den Tourismus. Es hat somit auch den optimalen Standort: am Hafenbecken 2 (Am Fischereihafen 19) zwischen Krabbenfischern und Touristen.
Bei dem guten Wetter gingen wir natürlich zuerst raus und schauten uns den alten Krabbenkutter „Leonora Johanna“ an, der direkt neben dem Museum liegt. Die „Leonore Johanna“ hat 3 Öffnungen, durch die man das Innenleben bewundern kann und sich das Leben auf einem Kutter in der damaligen Zeit vorstellen kann. Auf meinen skeptischen Blick hin räumte H. Lichty mit einem Schmunzeln im Gesicht meine und die schon häufig von Gästen gestellte Frage aus dem Weg: „Nein, die Öffnungen gab es früher natürlich nicht. Ansonsten wäre der Kutter jetzt wohl auch nicht hier.“
Danach gingen wir in den Nebenraum des Museums, in dem gerade eine wirklich tolle Fotoausstellung unter dem Motto „Watt und Meer“ von Jörg Asmus und Martin Stock, die noch bis zum 22.06. zu sehen ist. Ausgestellt sind Farbfotos, z.B. von Leuchttürmen und Halligen, aber auch schöne Schwarz-Weiß-Fotos.
Vom 27.06.-10.08. findet danach in den Räumen die Ausstellung „Wandel im Watt“ aus der Reihe von Dr. Martin Stock und unter der Schirmherrschaft des GEO-Fotografen Heinz Teufel statt. Dabei wurde 2002 an fünf Standorten im Wattenmeer täglich die gleiche Landschaft fotografiert, so dass der Wandel der Natur, die wechselnden Lichtstimmungen, das Wolkenspiel und der Gezeitenwechsel sichtbar wird.
„Bei unseren Vollmondnächten, die mittlerweile schon berühmt sind, ist hier ganz schön was los.“, erzählte H. Lichty mit einem Grinsen im Gesicht. Das Museum ist dann von 20-22 Uhr geöffnet und es finden bspw. Erzählungen von Lehrern und Fischern über die damalige Zeit statt.
Nun aber gings los, vorbei an der Kasse und Info, in den Filmraum, in dem ich zwischen 3 verschiedenen Filmen wählen konnte: Büsum – damals und heute; Wattvermessung; Garnelenfischerei. Da ich noch nicht so lange in Büsum bin, entschied ich mich für den ersten Film. Er handelte von der Geschichte Büsums, dem Tourismus, Ausflugstipps, der Krabbenfischerei, der Kutterregatta und von Werften.
Sportlich stiegen wir die steilen Treppen hinauf in den 1. Stock, wo ich gleich ein originalgetreu aufgebautes Fremdenzimmer von 1960 erblickte. Durch die zwei Fenster konnte ich mir vorstellen, wie früher die Gäste ihren Urlaub in Büsum verbrachten.
Weiter ging es in die Kinderspielecke, in der man das „Krabbenkutterrennen“ spielen kann. „Ihr Matrose ist krank. Bitte einmal aussetzten.“ heißt es z.B. auf den dazugehörigen Ereigniskarten. Von hier hatte ich einen schönen Blick auf den Hafen und erfuhr, dass Büsum erst ab 1609 Festland ist. Davor war Büsum eine Insel!
Ein Stück weiter konnte ich direkt in eine Krabbensiebanlage schauen. Leider hatte ich Pech, da gerade keine Krabben angeliefert wurden und ich somit nicht live bei einer Sortierung nach Größen dabei sein konnte. Da muss ich halt ein anderes Mal wieder vorbeischauen!
Weiter ging es in den grünen Bereich, in dem das Nordseeheilbad beschrieben wird. Bilder vom Wattenlaufen von damals verbunden mit Musik der Kurkapelle von 1966 über Kopfhörer ließen mich abschalten und versetzten mich gleich in eine andere Zeit. Passend dazu gab es alte Badeanzüge, einen Veranstaltungskalender, eine Badewanne, Hotelzubehör. Rezeptblätter über Krabbensuppen, Krabbenfrikadellen und die Anleitung zum Krabbenpulen nahm ich mir gleich mit, so dass ich nun bestens gewabnet bin!
Im Nachbarraum ging es um die Krabbenfischerei. Früher, als die Männer auf dem Meer draußen fischten, suchten die Frauen mit großen Netzen nach Krabben. Die Frauen waren, wie sich später herausstellte, dabei erfolgreicher und somit stellte man immer mehr auf die Krabben um. Netze, Ausrüstungen, die Regenkluft und ein Hörspiel brachten mir auch hier die frühere Zeit anschaulich näher.
Ganz zum Schluss kam das Highlight: eine „Fahrt auf See“ nach Helgoland in einem nachgebauten Ruderhaus. Ich „steuerte“ mit meinem Ruder nach Helgoland und zurück, vorbei an den Sand- und Seehundsbänken, und beendete nur widerwillig meinen Ausflug.
Auf Schautafeln, die um die Hafenbecken 1 und 2 verteilt sind, können sie sich des weiteren über verschiedene Themen wie den Hafen, das Fanggeschirr und den Leuchtturm informieren.
Alles in allem war es ein wirklich schöner und interessanter Nachmittag im „museum am meer“, den ich nur jedem weiter empfehlen kann.
Öffnungszeiten des „museum am meer“:
Mo.-Do.: 10-17 Uhr, Fr.: geschlossen, Sa.: 13-17 Uhr, So./Feiertag: 11-17 Uhr
oder rufen Sie einfach unter 04834/6734 an
Führungen sind auf Anmeldung in den Sprachen deutsch, plattdeutsch und dänisch möglich.
Aufzug und Rollstuhl sind im Haus vorhanden, 2 Behindertenparkplätze gibt es vor dem Haus. Hinter dem Gebäude gibt es weitere Parkplätze.

