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Fisch und Krabbe im Netz – die Büsumer Fischerei im Wandel

Die Geschichte des Büsumer Krabbenfanges

Ursprünglich eine Insel mit dem Namen Biusne, Büsen, Busen und Butzen, ist Büsum seit 1585 mit dem Festland verbunden. Durch den direkten Zugang zur Nordsee ist Büsums Geschichte aber schon immer durch die Fischerei beeinflusst. Der Ausflugs- und Fischereihafen prägen das Ortsbild der Gemeinde und die dort angelandeten Büsumer Krabben sind überregional bekannt.

Die Anfänge der Krabbenfischerei

Garnelen, oder auch „Krabben“ genannt, waren ein „Armeleute-Essen“ und der Fang wurde lange von den ärmeren Schichten der Bevölkerung betrieben. Man benutzte dazu ein Schiebenetz, das an einem Rahmen mit Stiel befestigt wurde. Diesen Rahmen schob man durchs flache Wasser, oder auch in tieferen Prielen, des Wattenmeeres. Die aufgescheuchten Krabben wurden so im Netz des Schiebenetzes gefangen. Meist waren es Frauen und Kinder, die der Familie auf diese Weise zusätzliche Nahrung nach Hause brachten.  

Siegeszug der Büsumer Krabben

Der gezielte Krabbenfang wurde erstmals 1624 schriftlich erwähnt. Bis zum 19. Jahrhundert hatte er einen eher untergeordneten Rang in der Küstenfischerei. Damals nutzten die Fischer Segelboote zum Krabbenfang, wie man sie im Museumshafen von Büsum bewundern kann. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekam der Krabbenfang eine immer größere Bedeutung. Bedingt durch die Motorisierung der Fischerboote und der besseren Verkehrsanbindung der Häfen, vergrößerten sich die Bekanntheit und der Absatz der Krustentiere. Büsumer Krabben sind seitdem eine bekannte Spezialität. Benutzte man Anfang des 19. Jahrhunderts noch normale Netze, die per Hand ausgeworfen und eingezogen wurden, setzte sich immer mehr die holländische „Baumkurre“ durch. Dabei werden rechts und links vom Boot zwei Schleppnetze über den Meeresboden gezogen. Der Vorteil ist die dabei fast gleichseitige Belastung des Kutters und der beidseitige, gleichzeitige Fang während der Fahrt. So erhöhte sich die Fangmenge um fast das Doppelte.

Moderner Krabbenfang

In der Nachkriegszeit entwickelte sich eine neue, moderne Fangflotte. Die Motoren wurden leistungsstärker, die Kutter größer. In dieser Zeit wurde es möglich, die leicht verderblichen Tiere zu kühlen und schnell ins Inland zu transportieren. Die Büsumer Fischereigesellschaft wurde 1898 gegründet. Dabei ist die Zahl der Büsumer Krabbenfischer gesunken: Waren zu den Hochzeiten 1948 noch 136 Kutter registriert, sanken die Zahlen bis 1973 auf 75 Schiffe, 1998 waren es noch 34 und 2008 dann noch 20. Viele Krabbenkutter, die im Büsumer Hafen liegen, kommen mittlerweile aus Friedrichskoog oder den Niederlanden. Die Erträge gehen nach einem Anstieg bis 2010 wieder zurück, so sank die Fangmenge an Krabben an der Schleswig-Holsteinischen Westküste von ca. 6.600 Tonnen in 2010 auf 4.905 Tonnen im Jahr 2015. Größte Abnehmer am Büsumer Hafen sind zwei niederländische Unternehmen: Heiploeg und Klaas Puul. Die beiden beherrschen mittlerweile bis zu neunzig Prozent des Krabbenmarkts. Echte Büsumer Krabbenhändler sind Gustav Rentel und Krabben-Kock sowie Büsumer Feinkost in Marne.

Bis zu den 1960er Jahren war das Krabbenpulen vor allem für Büsumer Hausfrauen ein ertragreicher Nebenverdienst. Mittlerweile befindet sich eine Krabbenpulmaschine direkt in Büsum. Zur Unterstützung insbesondere der Krabbenfischerei hat die Landesregierung beschlossen, den Hafenausbau zu fördern. Am 30. Januar 2012 erfolgte der erste Rammschlag zum Ausbau der Uferböschung des Hafenbeckens IV zu einer neuen Kaianlage für acht neue Kutter-Liegeplätze.

Seit 2016 streben die Büsumer Krabbenfischer die MSC-Zertifizierung für nachhaltige Fischerei an - gemeinsam mit der gesamten Krabben-Fischereiflotte der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks.

Umfassende Informationen zur Krabbenfischerei bietet die Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer GmbH, die ihren Sitz in Cuxhaven (Niedersachsen) hat. Die EzDK verarbeitet die von den Gesellschaftern angelandeten Nordseegarnelen über die Siebstellen in Cuxhaven, Büsum und Neuharlingersiel, die anschließende Vermarktung erfolgt weiterhin über die bekannten Großhändler und Auktionen in Holland.

"Toll, dass es das noch gibt!"

Echte Büsumer Krabben

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